Marshallplan gegen Gaststättensterben

„Wir brauchen einen Marshallplan gegen das Gaststättensterben im ländlichen Raum, das auch im Suderburger Land aktuell ist“. So plakativ skizzierte Reinhard Dehrmann das ernste Problem, dass immer mehr Dorfgasthäuser schließen, als der Suderburger Ratsherr auf der Bauernrechnung in Bahnsen in der ihm eigenen lockeren Art die vielfältigen Aktivitäten der agilen Dorfgemeinschaft in 2015 Revue passieren ließ: das 1. Bahnser Grenzbegehen im März, Pflege der Kopfweiden durch den „Ü 20 – Saunaklub“ (Entlastung des gemeindlichen Bauhofes), Pfingstbaum setzen, Bahnser Dorffest, und, und …..und schließlich weihnachtlicher Budenzauber in der Klaus-Günther Dammann-Scheune mit den begehrten Schmalzbroten von Erika Pfuhl.
Eingangs hatte Pastor Mathias Dittmer in einem Grußwort der Versammlung den Segen gespendet, ausgedrückt durch Psalm 91, Vers 11: „denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“. Und er nahm Reinhard Dehrmann das spontane Versprechen ab, dass Bahnsen in diesem Jahr den Altar zum Erntedankfest in St.Remigius schmücken wird.
Bürgermeister Hans-Hermann Hoff berichtete detailliert aus der Gemeinde, nicht nur zu kommunalpolitischen Themen ( Betreutes Wohnen in Suderburg, Baulandausweisung ), sondern weiter gefasst unter dem Motto: „man glaubt ja gar nicht, was so alles im Laufe eines Jahres in Suderburg geschieht und geboten wird“, z.B. zur Einrichtung der ersten Schnell-Ladesäule für Elektrofahrzeuge im Kreis Uelzen, zum Abseilen vom Hösseringer Aussichtsturm, zum Vereinsheim der Rottis, das Suderburg einen Leerstand an exponierter Stelle erspart ( ehem. Gasthaus Behrens, gen.“Schmetzke“).
Schwerpunkt bei diversen Themen aus der Samtgemeinde ( zur Zukunft des Sportzentrums, Schülerzahlen an der Oberschule, Flüchtlingsunterkünfte ), denen sich Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz widmete, war die Neustrukturierung der Abwasserbeseitigung auf Kreisebene. Dabei stellte er betont klar, dass die jetzt vom Samtgemeinderat beschlossene Gebührenanhebung nicht aus dem erst geplanten Abwasserverband resultiere, sondern Folge einer jetzt notwendigen Kanalsanierung sei.
Anschließend meldeten sich die Bahnser Bürger zu Wort, zu dem von allen vor allem gewünschten Radweg von Bahnsen nach Bargfeld, aber auch zu kontrovers betrachteten weiteren Windkraftanlagen oder zum schlechten Zustand eines Bürgersteiges, den das Amt für Verteidigungslasten (Panzerschäden) schon vor Jahren bei der Gemeinde entschädigt habe.
Alles in allem hat sich mit dieser Versammlung eine lebendige Dorfgemeinschaft präsentiert:

Bahnsen ( 131 Einwohner ) klein – aber oho !

Auch diese Bauernrechnung hat uns wieder gezeigt: die jährlichen Bürgerversammlungen sind ein Spiegelbild des bunten kommunalen und gesellschaftlichen Lebens in unserer Gemeinde und in ihren Ortsteilen und ein bestens geeignetes Forum für Informationen, Anregungen, Kritik und Diskussionen zum Wert des Wohnens in den Dörfern.